Der Kooperativenverband Soppexcca (Sociedad de Pequeños Productores Exportadores de Café) hat seine Zentrale in der Stadt Jinotega, der „Kaffeehauptstadt“ im Norden Nicaraguas. Soppexcca war auch die erste Kooperative, mit der der Partnerschaftskaffee enge Beziehungen / Projektförderungen einging. Es begann mit der Förderung des Aufbaus der Kooperativen-Organisation, den Bau und die Ausstattung von Grundschulen für Kinder von Kaffeebauern, der Finanzierung von Schulungsmaßnahmen in Methoden des biologischen Anbaus und führte zu dem seit vielen Jahren bestehenden Bildungsfonds, aus dem Stipendien für Kinder von Kaffeebauern finanziert werden. Den Rohkaffee von Soppexcca verwendet der Partnerschaftskaffee für den Orgánico.

Die Gründung von SOPPEXCCA
1997 endete die Vorgängerkooperative Jiprocoop in einem Desaster. Jiprocoop hatte mehr als eine halbe Million Dollar Schulden bei europäischen Firmen des fairen Handels angehäuft. Einzelne Fairhandels-Organisationen waren dadurch in ihrer Existenz bedroht. Die 1999 neu gegründete Kooperative SOPPEXCCA hatte sich bereit erklärt, alle früheren Schulden vollständig zurückzuzahen und hat dies durch den Verzicht auf eine vollständige Auszahlung der Fairtrade-Preise auch geschafft. Darauf ist Soppexcca – zu Recht – sehr stolz.
Die Kooperative Soppexcca produzierte schon immer mehr konventionellen als biologisch angebauten Kaffee. Um Mitglieder zur Umstellung auf biologischen Anbau zu motivieren, hat die Kooperative viele Versuche unternommen. Ausbildung, Beratung, materielle Vorteile. Aber es gestaltet sich immer noch schwierig, Kleinbauern zu überzeugten Bioproduzenten zu machen – vor allem weil der biologische Anbau deutlich arbeitsintensiver ist. Aber mit Entscheidungen wie dem Verbot der Nutzung von Glyphosat auch im konventionellen Kaffeeanbau der Kooperative geht SOPPEXCCA immer wieder Schritte für einen besseren Schutz der Umwelt.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Kooperative liegt auf der Frauenförderung. Der Vorstand der Kooperative besteht schon seit Jahren in der Mehrzahl aus Frauen. Die hier aktiven Bäuerinnen stehen für eine aktive wirtschaftliche Entwicklung. Noch weniger versierte Frauen erhalten eine gute Beratung und Unterstützung, um ihre ‚Kleinbetriebe‘ weiter entwickeln zu können.
Schon seit vielen Jahren ist SOPPEXCCA in der Lage, alle Verarbeitungsschritte des Kaffees in einer gut ausgestatteten Verarbeitungsanlage abzudecken. Außerdem exportiert die Kooperative nicht nur ihren eigenen Kaffee, sondern auch den Rohkaffee von anderen Kooperativen im Land, denen die Verarbeitung ohne die Beteiligung von multinationalen Konzernen wichtig ist.
Bildung und Entwicklung
Der Bildungsfonds von SOPPEXCCA ist das wichtigste Element für eine tragfähige Entwicklung der Familien. Kinder von Kaffeebauern haben durch diese Förderung die Möglichkeit, sich eine wirtschaftliche Perspektive auch außerhalb des Kaffeesektors aufzubauen. Bewusst werden alle Arten von Ausbildung und Studium unterstützt und die Förderung nicht nur auf landwirtschaftliche Berufsbilder begrenzt. Dadurch finden die Kinder aus dem Kaffeesektor Zugang zu neuen Berufen und Lebensgrundlagen. Die Familien müssen ihr Land nicht auf alle Kinder aufteilen und in der Kooperative werden Kompetenzen angesammelt, über die Bauernkinder bis dahin nicht verfügen konnten.

