
Ein Grundsatz des Partnerschaftskaffee war es von Anfang an, bewusst Selbsthilfe-Projekte der Kooperativen für ihre Mitglieder zu fördern. Damit möchte der Partnerschaftskaffee kleinbäuerliche Produzent:innen eine tragfähige wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und in besonderen Notsituationen menschenwürdige Auswege anbieten. Zu solchen Projektfördrungen gehört z.B. die Notfallhilfen in Höhe von 51.665,00 €, die nach den Hurrikanen Eta und Iota in unterschiedlicher Höhe für 9 Kooperativen aus Nicaragua, Honduras und El Salvador ausgezahlt wurde – je nach Bedarf.
Unter den insgesamt 39 seit 2001 vom Partnerschaftskaffee geförderten Projekten befinden sich viele Selbsthilfe-Projekte zur Verbesserung der Arbeitssituation wie z.B. der Aufbau von Kompost-Anlagen oder von Solartrocknern zur Trocknung des Kaffees, aber auch zum Ausgleich von Folgen des Klimawandels wie z.B. Wasserspeicher wegen fehlendem Regen.

Die Anforderungen des Klimawandels spielen für Kaffeeproduzent:innen eine immer größere Rolle. Besonders wichtig sind inzwischen Unterstützungen für das Nachpflanzen von Kaffee-Varietäten, die an die ‚unzuverlässigeren‘ Klimaeinflüsse angepasst sind. Die Bäuer:innen möchten dabei resistentere Sorten pflanzen, die mit extremeren Klimabedingungen wie Trockenstress und übermäßiger Feuchtigkeit besser umgehen können. Gleichzeitig sollen die neuen Kaffeesorten aber auch hohen Qualitätsanforderungen entsprechen.
Besonders wichtig ist den Kooperativen die Förderung der Bildung. Seit 2006, also seit 20 Jahren, finanziert der Partnerschaftskaffee ein Stipendienprogramm der Kooperative SOPPEXCCA für den Besuch der Secundaria und einer nachfolgenden beruflichen / universitären Ausbildung mit jährlich 10.000 USD. Dieses Programm ermöglichte am Anfang überhaupt den Schulbesuch, der 2006 noch sehr teuer war, und ist inzwischen vor allem ein wichtiger Leistungsanreiz. Nur wer mindestens 80 von 100 Punkten erreicht, kann gefördert werden.
Für SOPPEXCCA ist es besonders wichtig, alle Arten von beruflicher Bildung zu fördert. Sie betrachten es als sehr hilfreich, wenn Kinder von Kaffeebauern in anderen Bereichen – z.B. als Lehrer, Buchhalter oder im medizinischen Bereich einen Beruf ergreifen und dadurch nicht immer mehr Menschen von den keinen Landflächen leben müssen.

Auch die Kooperative Combrifol in Honduras setzt bei den Projekten seit 2016 auf ein Stipendienprogramm. Die Stipendien sind auch hier ein wichtiger Beitrag, damit die Familien einen besseren Zugang zur Bildung erhalten und die Kooperative von gut ausgebildeten und motivierten Mitgliedern getragen wird.
Eine Liste aller Projektförderungen / Auszahlungen für Projekte seit 2001 finden Sie hier.
