
Die Union der Kaffeekooperativen Soppexcca mit ihren 400 Mitgliedsproduzenten sind der größte Kaffeelieferant für den Heidelberger Partnerschaftskaffee. Aus dem Gewinn des Kaffeeverkaufs wird seit vielen Jahren auch das Stipendiatenprogramm für Jugendliche zum Besuch der weiterführenden Schule und der Universität finanziert.
Zum Schuljahresabschluss und zur Überreichung der Schecks trafen sich diese Woche die 36 Stipendiatinnen und ihre Eltern. Wie immer besuchen wir dann auch einzelne Stipendiatinnen wie Evert Blandon 16. J.und Oneyda Gonzales
Evert berichtet auf der Finca, die sein Vater betreut, dass er nur durch das Stipendium die Kosten für Busfahrt und Schulmaterial decken kann. Ausgewählt wurde er nicht nur wegen seiner guten Noten, sondern auch wegen seines Einsatzes für die Kooperative. Nach der secundaria-Schule möchte er gerne Agronomie studieren und mithelfen, dass sein Vater etwas Land kaufen kann, um selbst mehr Kaffee anzubauen und so das Einkommen zu verbessern.
Oneyda 27 J. besuchen wir in Strömendem Regen und waten durch das aufgeweichte Gelände. Gut, dass inzwischen auch die abgelegenen Hütten und Fincas einen Stromanschluss haben, die Wolken hängen sehr tief in den Bergen um Dantali. Oneyda macht trotz ihres abgeschlossenen Lehrerstudiums, das durch das Stipendium ermöglicht wurde, einen gedrückten Eindruck. Ihr Vater starb vor kurzem, das Studium und die Last als alleinerziehende Mutter, die sich auch noch um die Finca mitkümmern muss, sind einfach zu viel. Sie schließt mit „soy una luchadora – ich bin eine Kämpferin und verdrückt zum Abschied eine dicke Träne.

Auf der Versammlung der Stipendiaten sind sich die Eltern und die Jugendlichen bei der Wahl der aus ihrer Sicht wichtigsten Nachhaltigkeitsziele auch für die Kooperative sehr einig. Der Zugang zu Bildung als einer der Schlüssel zur Bekämpfung von Armut ist neben den Maßnahmen zum Schutz vor dem Klimawandel ganz zentral.

Wie vor allem die Jungen Frauen die Ergebnisse ihrer Gruppenarbeit zu den wichtigsten Nachhaltigkeitszielen vortragen, stimmt sehr hoffnungsfroh. Noch nie konnte ich so viel Energie und Sicherheit bei den Stipendiatinnen beobachten wie bei diesem Besuch. Einer der Väter fasst seinen Eindruck zusammen: „Ich selbst konnte nie eine Schule abschließen und bin deshalb doch kein wertloser Mensch. Aber unseren Kindern stehen durch eure Unterstützung mehr Möglichkeiten offen. Dafür unseren herzlichen Dank!“
Heinz Reinke
Einen kleinen Eindruck vom Besuch bei den Stipendiat:innen im Dezember 2024 bei Soppexcca vermittelt diese kurze Präsentation (1,1MB)
