Kooperative Guardabarranco

Nicaraguas Nationalvogel Guardabarranco

Die Kooperative Guardabarranco ist nach dem Nationalvogel Nicaraguas benannt. Es ist eine reine Basiskooperative mit etwa 40 Mitgliedern, gegründet 2010. Die Flächen der Kooperativenmitglieder liegen in El Consuelo in der Nähe des Städtchens Pueblo Nuevo im Grenzgebiet zwischen den Departamantos Esteli und Madriz. Die Anbauflächen der Mitglieder für Kaffee liegen auf einer Höhe zwischen 1.000 und 1.400 Meter, der Bio-Kaffee der Kooperative kommt von Flächen zwischen 1.200 und 1.400 Meter.

Angebaut werden verschiedene Arabica-Sorten an (Caturra, Borbon, Arabiga und teilweise auch Cattimor). Die Mitglieder verkauften ihren Kaffee früher über PRODECOOP, einer Vermarktungsorganisation von knapp 40 Kooperativen in Nicaragua. 2012 konnten sie das erste Mal einen Container Kaffee direkt an die MITKA (Importorganisation des Heidelberger Partnerschaftskaffee und von sieben weiteren FairTrade-Organisationen in Deutschland) exportieren.  Diese Möglichkeit hatte der damalige Vorsitzende der Kooperative, Marcio Rodriguez, erarbeitet. Nach dem Tod von Marcio und eines weiteren Gründungsmitgliedes der Kooperative 2016 war die Weiterarbeit des Zusammenschlusses stark gefährdet.

Inzwischen fanden sich zwei frühere Freunde von Marcio, Francisco und Victor, die nicht nur die Vermarktung der Kooperative weiter organisieren können, sondern inzwischen auch die Struktur der Kooperative weiter entwickelten. Durch die Förderung des Partnerschaftskaffee und mit weiteren Unterstützungen gelang es, einen großen Teil der Pflanzungen zu erneuern und die Varietäten besser an die zunehmende Trockenheit in diesem Gebiet anzupassen. Inzwischen ist es auch gelungen, das Kooperativenhaus (ebenfalls mit der Finanzierung des Partnerschaftskaffee errichtet) so umzubauen, dass alle Bedürfnisse in der Kooperative hier den notwendigen Raum finden.

Der Sohn von Marcio, Luis, hat inzwischen die Finca seines Vaters übernommen und arbeitet sich aktuell in die Bio-Produktion ein. Auch andere Mitglieder übernehmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Anstrengungen zur Stabilisierung der Cooperative.

Versammlung von Produzent:innen der Kooperative beim Besuch der MITKA

Inzwischen haben es alle Beteiligten geschafft, eine stabile Zusammenarbeit der Mitglieder und die möglichst gleichmäßige Beteiligung aller Produzent:innen beim Export der Kooperative zu erreichen. Trotz der schwierigeren Bedingungen durch die Lage im Trockengürtel Nicaraguas schafft es die Kooperative, hochwertige Kaffees zu produzieren. Durch die auch vom Partnerschaftskaffee mitfinanzierte Erneuerung der Pflanzungen in den letzten Jahren konnten sich die Kleinbauern besser auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen einstellen.